** Wer haftet bei Fliesenschäden und Dübellöchern? Wer muss zahlen? **

Das Badezimmer gehört zu den am meisten genutzten Räumen einer Wohnung. Sichtbare Gebrauchspuren bleiben dabei meist nicht aus. Entstandene Schäden werden besonders beim Auszug bzw. der Auflösung eines Mietverhältnisses schnell zur Streitfrage.

Wir wollen Licht ins Dunkle bringen und klären, wer bei Fliesenschäden und Dübellöchern haftet.

Prinzipiell gilt:

  • Mieter müssen nach § 538 BGB für Schäden die durch den „vertragsgemäßen Gebrauch“ entstanden sind nicht haften.
  • Diese Regelung greift allerdings nicht, wenn der Mieter die Schäden grob fahrlässig oder mutwillig herbeigeführt hat. Im Streitfall entscheidet ein Gericht, wie eine Beschädigung einzuordnen ist.

Folgende Beispiele richterlicher Entscheidungen dienen der Orientierung

  1. Verfärbungen an nicht imprägnierten Fliesen werden als Gebrauchspuren klassifiziert und liegen im Verantwortungsbereich des Vermieters (Amtsgericht Brandenburg, 24.02.2017).
  2. Der Mieter haftet, wenn Fliesen wegen Überstreichen mit nicht entfernbarer Farbe erneuert werden müssen. Bei Fliesen, die 30 Jahre oder älter sind, werden die Kosten je zur Hälfte durch den Mieter und Vermieter getragen (Landgericht Köln, 26.03.1996)
  3. Der Mieter haftet in der Regel, wenn nicht in die Fliesenfugen, sondern in die Wandfliesen gebohrt wurde. Das Bohren an Wandfliesen wurde in der Vergangenheit allerdings in Einzelfällen genehmigt, wenn die Löcher für die im Badezimmer üblichen Ausstattungsgegenstände (z.B. Spiegelschrank oder Duschstange) benötigt wurden (Landgericht Göttingen, 12.10.1988 und Landgericht Hamburg, 17.05.2001)
  4. Der Mieter kann beschädigte Fliesen durch optisch ähnliche Fliesen ersetzen, wenn identische nicht mehr erhältlich sind. Es muss nicht zwingend das ganze Badezimmer neu gefliest werden. Falls daraus allerdings eine Wertminderung resultiert, kann der Vermieter Schadensanspruch geltend machen (Landgericht München, 14.02.2005)